LEITBILD
"Humanisierte Arbeitsstätte"
mit dem Untertitel “Verein zur Förderung der besonderen Fähigkeiten von geistig- und mehrfach behinderten Personen” wird bereits das zentrale Thema des Leitbildes formuliert:
Behinderung auch als Ausdruck und Preis der Vielfalt des Seins zu verstehen,
Unvollkommenheit als Bestandteil menschlicher Realität zu akzeptieren,
ihre Be- und Absonderheiten (wie die anderer Menschen auch) abseits pathologisierender Sichtweisen zu sehen
und die Stärken und Fähigkeiten in den Mittelpunkt der Betrachtungsweise zu rücken.
ZIEL
Ziel des Vereins ist die Schaffung von offenen, mit dem näheren Umfeld vernetzten sozialtherapeutischen Einrichtungen, in denen unter emanzipations- und kreativitätsfördernden Bedingungen und einem breitgefächerten Arbeits- und Lernangebot die persönlichen, sozialen und beruflichen Kompetenzen von geistig und mehrfach behinderten Menschen weiterentwickelt werden.
Dabei hat der ressourcenorientierte Ansatz (Ausbau der persönlichen Stärken - "Ziel- und Lösungsorientierung") gegenüber den "Normalisierungsbemühungen" (Behebung der individuellen Defizite - "Problemorientierung") Priorität.
Verständnis für die inividuellen Wirklichkeiten "Andersdenkender" erscheint uns geistig behinderten Personen gegenüber ebenso wichtig, wie die Bereitschaft von ihnen zu lernen.
Ziel ist, den Klienten eine den individuellen Entwicklungsspektren angepasste integrative Lebensform bis hin zur beruflichen Eingliederung zu ermöglichen, wobei wir diesen konzeptuellen Ansatz als "Integrative Individuation" bezeichnen.
INTEGRATIVE INDIVIDUATION
Als persönlicher Wachstumsprozess auf verschiedenen Ebenen betrifft im Kontext der Beschäftigungstherapie der Humanisierten Arbeitsstätte vor allem nachfolgender Zielkatalog:
Selbstakzeptanz
Durch die Orientierung an den kollektiven (hohe emotionale Präsenz, Rapportfähigkeit und Kreativität) und individuellen Stärken der Klienten (Ressourcenorientierung, Kompetenzentwicklung) und die Akzeptanz der individuellen Wirklichkeiten Andersdenkender.
Autonomie
Mitgestaltung des persönlichen Zielkatalogs, Mitbestimmung bei Arbeitsinhalten (Wochenplanung) und gruppenrelevanten Entscheidungen (wöchentliches Plenum, Behindertenvertreter), Selbstbestimmung des Arbeitsbereiches (ein monatlicher Wechsel des Arbeitsbereiches
ist möglich) und Kompetenzerwerb (Lerninhalte, die autonomere Wohn- und Lebensformen ermöglichen).
|